Nora Scholly

Akademische Malerin

* 1905    † 1965

 

Lebenslauf

Eleonora Josefa Marta Scholly entstammte einer alten Wiener Offiziersfamilie. Mit ihren Eltern Major Hans und ihrer Mutter Emmy Scholly sowie ihrer Schwester Edith (geb. 1910 in Leitmeritz) kam sie 1920 nach Bad Ischl.
Nach den Pflichtschuljahren besuchte das künstlerisch begabte Mädchen die Frauenakademie in Wien und die Graphische Versuchsanstalt. In ihrer langjährigen Wohnung, dem Gästehaus der Kaiservilla, begann sie als freischaffende Künstlerin zu arbeiten.

In den 1950-er Jahren gründete sie den Scholly-Verlag und eröffnete ein Buch- und Kunstgeschäft am Kreuzplatz und übersiedelte, als die wuchtige Steinumgrenzung der Pfarrkirche zu Geschäften umgebaut wurde, in die Kaiser Franz Josef Straße.
Am 21.10.1965 verstarb sie auf dem Weg zu ihrem Geschäft an einem Schlaganfall.

Werke

Portraits in zarten Pastelltönen, hauptsächlich Kinder und Jugendliche;
Aquarelle, die die heimatliche Landschaft zeigen, Kunstblätter, Kupferstiche von Bäumen, Blumen und Märchenwesen

Auswahl ihrer Werke

  • Fresken für die Schule im Kinderdorf St. Anton an der Glocknerstraße
  • Fresken für die Hauptschule in Bramberg
  • Großer Engel als Wandschmuck im „Stephaneum“ in Bad Goisern
  • Altarbilder in St. Thomas bei Waizenkirchen, Untergeng im Mühlviertel, Losenstein im Ennstal
  • Gemälde in der sogenannten „Pfarrscheid-Kapelle“ in der Ortschaft Rußbach, Gem. St. Wolfgang
  • Marienbild in der Hauskapelle des Bischofshofs in Linz

Kinderbücher

Im Mittelpunkt ihrer Werke stand das Kind, sein Spiel, seine Wünsche, seine kleine und doch so weite Vorstellungswelt, in der es lebt und die es Schritt für Schritt erforscht.

Sechzehn kleine Bilderbücher, von Nora Scholly erdacht und gestaltet, fanden viele kleine Freunde und bezauberten auch Erwachsene.

Das Grab am Ischler Friedhof

Dieser Bildstock besitzt einen sehr kurzen Schaft und ein hohes Tabernakel. In der vorderseitigen Nische ist ein eigenhändiges Gemälde von Frau Nora Scholly – die unteren anderen hier begraben liegt - eingepasst. Es zeigt Maria als Königin mit dem Jesuskind am Arm, schwebend über den Dächern von Bad Ischl. Darunter steht der letzte Vers aus der 1. Strophe des Liedes „Maria, breit den Mantel aus…“: „…Maria voller Güte, uns allezeit behüte.“ Den Abschluss des Krüppelwalmdaches bildet auf dem Giebel eine Kugel mit einer vorderseitigen Palmette, auf der ein Kleeblattkreuz steht.

Wir erinnern uns

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Erinnerung von Heidi Krauer   29.10.2018

In der Nähe von Luzern in den 50er Jahren aufgewachsen, habe ich als kleines Mädchen das Wassertröpfchen Buch von Nora Scholly geschenkt bekommen. Es war mein absolutes Lieblingsbilderbuch. Stundenlang habe ich jedes Detail der wunderhübschen Bilder in mich aufgesogen. Ich glaubte manchmal sogar selbst im Bild zu sein und mit den den kleinen Tröpfchenmädchen auf der bunten Blumenwiese zu tanzen oder den Wasserfall hinunter zu purzeln.
Als ich in den 70er Jahren Mutter wurde, hatte das kleine Büchlein auch für meine Tochter nichts von seiner Faszination verloren. Nun bin ich glückliche Oma eines 4jährigen Mädchens, welches die lieblichen Bilder über den Kreislauf des Wassers mit ebenso staunenden Augen immer wieder anschaut und darüber erzählt wie ich damals. Danke für dieses Geschenk an Generationen, Nora Scholly!

Erinnerung von Ilse & Martin Sailer   27.11.2017

Wir danken Frau Linde Peukert, dass sie uns am Leben und Wirken von Nora und Edith Scholly hat Anteil nehmen lassen.